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Die Sprache der Nationalsozialisten

Die Sprache als Mittel

Die Nationalsozialisten nutzten die deutsche Sprache ganz gezielt als Instrument ihrer Politik. Verbreitet wurden die ideologisch geprägten Veränderungen, Umdeutungen und Neuschöpfungen durch die Reden führender Politiker, durch Zeitungen, wie den Stürmer, und Lexika, in der Schule, mithilfe von Gesetzen und Vorschriften.
Die Art der Veränderungen lässt sich unterteilen. Es gab Wörter, die bedeutend häufiger verwendet wurden, wie beispielsweise Reich, Blut und Volk. So sollten die dahinterstehenden Werte erhöht werden. Andere wie die Worte Führer oder arisch wurden nationalsozialistisch vereinnahmt und in ihrer Verwendbarkeit dadurch zugleich beschränkt. Manche Neuschöpfungen wie Kulturschaffende, oder die von den Nationalsozialisten vereinnahmten Parteigenossen werden aber auch heute zum Teil noch ganz unbedarft verwendet.
Gleichschaltung und Parasit sind Begriffe, die aus der Sprache der Technik bzw. der Biologie entlehnt wurden. Vor allem letzteres hatte zum Ziel beispielsweise Juden zu entmenschlichen. Nicht zuletzt werden im zivilen Miteinander Begriffe des Militärs, wie ‚Front‘ und ‚zu etwas vorstoßen‘ immer häufiger gebraucht. Das ist ein Phänomen, das bereits während des ersten Weltkriegs aufscheint, aber unter den Nationalsozialisten noch einmal gesteigert wurde.
Das Ganze war zusätzlich gespickt mit Superlativen, Ewigkeitsfloskeln und Ausrufezeichen.
Vieles wurde nur in den Medien und in Ämtern der NS-Zeit umgesetzt, einiges hat sich aber bis heute gehalten.

Titelblatt des „Der Stürmer“

Titel: Titelblatt des „Der Stürmer“
Datierung: 1934
Foto: © IMW LBY 99 / 530

Literatur

Matthias Heine, Verbrannte Wörter. Wo wir noch reden wie die Nazis – und wo nicht, Berlin 2019

Mit dem Verkauf ging dann eine Umbenennung des Konzerns in Merkur einher. Bemerkenswerterweise war hier die Verwendung eines lateinischen Götternamens recht, um die namentliche Erinnerung an die ursprünglichen Besitzer zu tilgen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass Merkur nicht nur der Gott der Kaufleute, sondern auch der der Diebe war.
In einer Dienstanweisung vom 10. Juni 1940 wurden gerade lateinisch stämmige Begriffe gegen „gute deutsche“ ausgetauscht: Aus Dekoration wurde Gebrauchswerbung, aus Formular wurde Vordruck, aus Rabatt wurde Warenabzug.

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