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Das Ende des Schocken-Konzerns in Sachsen

Eingangsansicht des ehemaligen Schocken-Kaufhauses in Chemnitz

Titel: Eingangsansicht des ehemaligen Schocken-Kaufhauses in Chemnitz
Datierung: um 1949
Foto: LfA/smac

Die Enteignung

Nach Ende des Krieges im Mai 1945 wurde Deutschland unter den Siegermächten aufgeteilt. Der größte Teil der ehemaligen Schocken-(nun Merkur-)Kaufhäuser lag in Sachsen und somit in der sowjetischen Besatzungszone, später der DDR. Im Krieg völlig zerstört wurde in Sachsen nur das Kaufhaus in Meißen, unbeschädigt blieben Aue, Frankenberg, Lugau und Freiberg. Die übrigen Häuser waren nur leicht beschädigt.
Während die Teile der Merkur AG (früher Schocken AG) in Westdeutschland Salman Schocken rückerstattet wurden, kam es in der sowjetischen Besatzungszone zur (erneuten) Enteignung. Die Merkur AG galt nun als ‚Kriegsverbrecher‘ und wurde bereits im Juni 1946 enteignet. Aber nur in Sachsen gab es am 30. Juni 1946 einen Volksentscheid, bei dem 78 % der Abstimmenden für das "Gesetz über die Enteignung von Kriegs- und Naziverbrechern" stimmten, doch wurde im Vorfeld der Enteignungen keine Schuld gerichtlich festgestellt. Der Wortlaut findet sich in den Akten (1). In den übrigen Ost-Ländern wurde die Enteignung per Gesetz angeordnet. Umgesetzt wurde das Gesetz in der ganzen Sowjetischen Besatzungszone dann am 17. April 1948.

Literatur

Tilman Bezzenberger, Wie das Volkseigentum geschaffen wurde. Die Unternehmens-Enteignungen in der Sowjetischen Besatzungszone 1945–1948, in: Zeitschrift für Neuere Rechtsgeschichte 19, 1997, S. 210–248; Stefan Creuzberger, Klassenkampf in Sachsen. Die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) und der Volksentscheid am 30. Juni 1946, in: Konrad-Adenauer-Stiftung (Hrsg.), Historisch-Politische Mitteilungen. Archiv für Christlich-Demokratische Politik 2, 1995, S. 119–130.

Die letzten Akten stammen vom Anfang der 1950er Jahre, wohl auch weil der leitende Archivar Oskar Fest dann mit seiner Familie nach Westdeutschland ging.

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