Die Nationalsozialisten und die Kaufhäuser
Der Kampf der Nationalsozialisten gegen die Kaufhäuser
Die Nationalsozialisten hatten schon früh die Warenhäuser als Übel angeprangert. Direkt nach der Machtübernahme 1933 waren vom Vorgehen der Nationalsozialisten gegen jüdische Firmen dann in besonderem Maße die großen jüdischen Warenhauskonzerne wie die der Tietz-Brüder oder das Warenhaus Gebrüder Alsberg betroffen. Hatten sich jüdische Besitzer dazu entschlossen, Ihre Firmen zu verkaufen, waren es bei kleinen Betrieben Privatleute, die entweder – aber eher selten – einen einigermaßen fairen Preis bezahlt hatten, oder sich an der Not der Juden bereicherten. Häufig haben bei größeren Konzernen Banken den größten Aktienanteil besessen, und sich dadurch in den Dienst der Nationalsozialisten gestellt und bereichert. Eine Aktionärsliste der Hauptversammlung zeigt, dass es auch beim ehemaligen Schocken-Konzern so war. Eine der frühesten erzwungenen Warenhausübernahmen betraf das Warenhaus Gebrüder Alsberg aus dem die Horten AG hervorging. Ganz ähnlich erging es beispielsweise auch der Leonhard Tietz AG, aus der dann die Westdeutsche Kaufhof AG wurde (später Galeria Kaufhof GmbH). Zur vollständigen Übernahme gehörte die Streichung des alten Besitzernamens aus dem Firmenschild. Aus der Hermann Tietz OHG wurde zwar auf vergleichbarem Weg die Hertie GmbH, doch – wenn auch versteckt – wurde Hermann Tietz nicht gänzlich aus dem Firmennamen getilgt. Bei all diesen Zwangsverkäufen hielten Banken den größten Aktienanteil. Jüdische Mitarbeiter wurden dann in der Regel entlassen, oder kamen ihrer Entlassung zuvor. Vieles wurde ansonsten beibehalten, waren die Häuser doch in der Regel gut aufgestellt.
Literatur
Heinrich Uhlig, Die Warenhäuser im Dritten Reich, Köln 1956; Konrad Fuchs, Ein Konzern aus Sachsen. Das Kaufhaus Schocken als Spiegelbild deutscher Wirtschaft und Politik 1901 bis 1953, Stuttgart 1990, S. 187–266; Harold James, Die Deutsche Bank und die „Arisierung“, München 2001
Bei Festumzügen wurden die neuen Besitzverhältnisse auch deutlich.
Titel: Festwagen zum Parkfest 1939
Akte: 315
Datierung: 1939