Die Architekten des Schocken-Konzerns
Die frühen Kaufhäuser des Schocken-Konzerns waren in älteren Häusern untergebracht. Sie erfuhren mit der Übernahme durch die Schockenbrüder in der Regel einen Umbau, durch den sie innen und außen architektonisch dem Zeitstil und dem Warenhauskonzept angepasst wurden. Der Berliner Hermann Münchhausen und der Leipziger Otto Juhrich übernahmen die ersten Neubauten der Schockenkaufhäuser in Zwickau bzw. Aue, blieben aber weitgehend unbekannt.
Mendelsohn war bereits ein renommierter Architekt mit Büro in Berlin, als er von den Schocken-Brüdern engagiert wurde. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 emigrierte Mendelsohn nach England. 1935 gründete er ein Architekturbüro in Jerusalem und arbeitete erneut für Salman Schocken. Seinen letzten Wohnsitz hatte der Architekt ab 1941 in den USA.
Titel: Erich Mendelsohn (1887-1953)
Foto: Wikipedia, Itzuvit, CC BY 3.0
Bernhard Sturtzkopf (1900–1972) übernahm ab 1928 die künstlerische Leitung des Schocken-Baubüros in der Zwickauer Zentrale und zeichnete für Aus-, Um- und Neubauten bis 1932 verantwortlich. Sturtzkopf war zuvor im Büro von Walter Gropius angestellt und baute im Sinne des Bauhausgedankens – gut zu sehen am Erweiterungsbau in Oelsnitz und dem Neubau in Crimmitschau.
Titel: Bernhard Sturtzkopf (1900-1972)
Foto: Stadtarchiv Zwickau
Literatur
Tilo Richter, Erich Mendelsohns Kaufhaus Schocken. Jüdische Kulturgeschichte in Chemnitz, Leipzig 1998; Sabine Wolfram (Hrsg.), Archäologie eines Kaufhauses. Konzern, Bauherr, Architekt. Das Buch zur Dauerausstellung, Dresden 2015; Deutscher Werkbund Sachsen e. V. (Hrsg.), Der Bauhausstil. Markenzeichen des Warenhauskonzerns Schocken, Leipzig 2020;