Die Deutsche Arbeitsfront
Von den Gewerkschaften zur Deutschen Arbeitsfront
Die Nationalsozialisten legten auch innerbetrieblich besonderes Augenmerk auf die Erziehung der Arbeitnehmer im nationalsozialistischen Sinne und eine politisch gewünschte Organisation. Von Beginn an waren Freie Gewerkschaften und Betriebsräte Ziel nationalsozialistischer Angriffe.
Bereits vor 1933 gab es die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation (NSBO), die die Gewerkschaften ersetzen sollten. Als 1933 die Gewerkschaften aufgelöst wurden, kam es jedoch zur Gründung der Deutschen Arbeitsfront (DAF) und die NSBO wurde auf die innerbetriebliche erzieherische Rolle im Sinne der Nationalsozialisten reduziert und 1935 schließlich aufgelöst. Die DAF war der Einheitsverband aller deutscher Arbeiternehmer. Mit der Gründung wurde zugleich auch das Streikrecht abgeschafft. Das Vermögen der bisherigen Gewerkschaften wurde der DAF zugeschlagen. Organsiert war die DAF nach dem Führerprinzip und die einzelnen Betriebe wurden zu Betriebszellen.
Grundsätzlich war die NSDAP so auch in der Lage, sogar von innen heraus gegen große jüdische Unternehmen zu agieren.
Titel: Die organisatorische Struktur der DAF
Datierung: ab 1933
Zeichnung: Wikimedia, gemeinfrei
Titel: Titelblatt der Betriebszellenzeitung der Siemens-Betriebe in Nürnberg
Datierung: 09.1933
Foto: Akte 314, smac/LfA
Literatur
Matthias Frese, Betriebspolitik im „Dritten Reich“: Deutsche Arbeitsfront, Unternehmer und Staatsbürokratie in der westdeutschen Großindustrie 1933–1939.
Schöningh, Paderborn 1991; Rüdiger Hachtmann, Das Wirtschaftsimperium der Deutschen Arbeitsfront 1933–1945, Göttingen 2012.
Der Angriff von Innen
Ausbildungsdokumente und -organisation liefen ab 1933 über die Deutsche Arbeitsfront. Und auch die Schocken-Lehrlinge hatten dann Hakenkreuze in ihren Dokumenten.
Titel: Kaufmännischer Lehrvertrag mit dem Kaufhaus in Oelsnitz
Datierung: 1936
Foto: smac/LfA
Sie organisierten ein Betriebszellentreffen, machten es am innerbetrieblichen schwarzen Brett des Betriebsrates mit dem Vermerk „Juden haben keinen Zutritt“ bekannt. Anfallende Spesen wollten sie dann dreister Weise wiederum vom Konzern bezahlen lassen.
Ihre Schreiben nach Zwickau werden mit „Heil Hitler“ unterzeichnet.
Titel: Auszug eines Briefes des Betriebsrates.
Akte: 317
Datierung: nach 05.03.1934